Fliesen richtig reinigen: Pflicht und Kür der Fliesenpflege
Mit dem passenden Reiniger bleiben Fliesen und Fugen lange schön. Welche Mittel geeignet sind, was Sie vermeiden sollten und wann eine Grundreinigung sinnvoll ist.
Fliesen gelten als pflegeleicht – und sind es auch, wenn Sie ein paar Grundregeln beachten. Viele Probleme wie grau wirkende Böden, schmierige Schlieren oder angegriffene Fugen entstehen nicht durch zu wenig, sondern durch die falschen Reinigungsmittel. Hier erfahren Sie, was im Alltag genügt und wann eine gründlichere Reinigung sinnvoll ist.
Die Pflicht: Unterhaltsreinigung im Alltag
Für die regelmäßige Reinigung reichen meist wenige Schritte:
- Trocken vorreinigen: Sand und Krümel wirken wie Schleifpapier. Kehren oder saugen Sie vor dem Wischen.
- Feucht wischen: Warmes Wasser mit einem geeigneten, dosierten Reiniger – nicht mehr Mittel als angegeben.
- Wischwasser wechseln: Schmutziges Wasser verteilt den Schmutz nur neu.
- Im Bad nachtrocknen: Ein Abzieher nach dem Duschen verhindert Kalkflecken an Wand und Glas.
Mehr braucht ein gut verlegter Fliesenboden im Alltag nicht.
Die richtigen Reiniger je nach Material
| Belag | Geeignet | Vorsicht |
|---|---|---|
| Glasierte Fliesen | Neutral- oder leicht alkalische Reiniger | Scheuermittel auf glänzenden Glasuren |
| Feinsteinzeug, matt/strukturiert | Neutral- oder alkalische Reiniger | Seifen- und wachshaltige Mittel |
| Feinsteinzeug, poliert | Neutralreiniger, weiche Tücher | Scheuermittel, Scheuerschwämme |
| Naturstein, silikatisch (Granit, Quarzit, Schiefer) | Steinverträgliche Neutralreiniger | Zu häufig starke Säuren |
| Naturstein, kalkhaltig (Marmor, Travertin, Kalkstein) | Spezielle, säurefreie Steinreiniger | Jede Säure: Essig, Zitrone, Kalkreiniger |
Die Unterscheidung von silikatischem und kalkhaltigem Stein ist entscheidend. Wenn Sie nicht sicher sind, welcher Stein bei Ihnen liegt, fragen Sie nach oder testen Sie ein neues Mittel an einer unauffälligen Stelle. Einen ausführlichen Materialvergleich finden Sie im Beitrag Feinsteinzeug oder Naturstein?.
Was Fliesen und Fugen schadet
- Säure auf Zementfugen: Zementäre Fugen enthalten Kalk. Saure Kalkentferner, Essig- und Zitronenreiniger lösen die Fuge bei häufiger Anwendung langsam an; sie wird rau und nimmt Schmutz leichter auf. Setzen Sie saure Mittel im Bad nur gezielt und sparsam ein und spülen Sie gründlich nach.
- Seifenfilm: Schmierseife und rückfettende Reiniger hinterlassen auf Feinsteinzeug und glasierten Fliesen eine Schicht, an der Schmutz haftet. Der Boden wirkt nach einiger Zeit grau und stumpf.
- Scheuermittel: Scheuermilch und kratzende Schwämme können polierte und glänzende Oberflächen dauerhaft verkratzen.
- Zu viel Reiniger: Überdosierung erzeugt Rückstände und Schlieren statt Sauberkeit.
Zementschleier nach der Verlegung
Nach dem Verfugen bleibt oft ein feiner, grauer Schleier auf den Fliesen zurück. Er wird mit einem Zementschleierentferner beseitigt, meist nach einer vom Hersteller des Fugenmörtels angegebenen Wartezeit. Dabei gilt:
- Fugen vorher mit Wasser vornässen, damit die Säure nicht in die Fuge eindringt.
- Einwirken lassen, mit einem Pad bearbeiten, gründlich mit klarem Wasser nachspülen.
- Nicht auf kalkhaltigem Naturstein anwenden – dort sind spezielle, säurefreie Mittel nötig.
- Rückstände von Reaktionsharzfugen lassen sich mit Zementschleierentferner nicht lösen, dafür gibt es eigene Reiniger.
Die Kür: Grundreinigung und Fugenpflege
Eine Grundreinigung ist sinnvoll, wenn der Boden trotz regelmäßigem Wischen grau wirkt, nach einer Renovierung oder vor dem Einzug.
- Alkalische Grundreiniger lösen Fett, Seifenfilm und Pflegerückstände.
- Saure Reiniger entfernen Kalk – nur auf säurebeständigen Belägen und mit vorgenässten Fugen.
- Fugen lassen sich mit einer weichen Fugenbürste und einem neutralen oder alkalischen Reiniger auffrischen.
Sind Fugen ausgewaschen, rissig oder dauerhaft verfärbt, hilft Reinigung nicht mehr. Dann ist eine Erneuerung sinnvoll; den Ablauf erklären wir auf der Seite Fugensanierung. Naturstein profitiert je nach Gestein zusätzlich von einer Imprägnierung – mehr dazu unter Naturstein.
Silikonfugen als Wartungsfugen im Blick behalten
Silikonfugen an Wanne, Duschtasse, Innenecken und Bodenanschlüssen sind Wartungsfugen. Sie altern, verlieren Elastizität und können sich lösen. Prüfen Sie sie regelmäßig:
- Reinigen Sie sie sanft, ohne scharfe Werkzeuge oder aggressive Chlorreiniger.
- Lassen Sie den Duschbereich nach dem Duschen gut abtrocknen und lüften Sie.
- Erneuern Sie Silikonfugen, sobald sie reißen, sich ablösen oder Schimmel dauerhaft zurückkehrt.
Wie Sie Schimmel an Fugen vorbeugen, lesen Sie im Beitrag Schimmel in Fliesenfugen vermeiden. Bleiben Fugen trotz Pflege dauerhaft dunkel, kann Feuchtigkeit hinter den Fliesen die Ursache sein – die Warnzeichen dafür fasst der Beitrag Undichte Dusche? zusammen.
Fazit
Für die tägliche Pflege genügen Vorreinigen, feuchtes Wischen mit einem passend dosierten Reiniger und im Bad ein Abzieher. Vermeiden Sie Seifenfilm, Scheuermittel und häufige Säure auf Zementfugen, und behandeln Sie kalkhaltigen Naturstein grundsätzlich säurefrei. Grundreinigung und Fugenpflege sind die Kür, die Ihren Belag über viele Jahre schön hält.
Sie möchten Fugen erneuern lassen oder planen einen neuen, pflegeleichten Fliesenbelag? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf – wir beraten Sie als Fachbetrieb aus Aßlar.
Verfasst von
Fliesenverlegung Tezgel
Deniz Tezgel · Inhaber & Fachbetriebsleiter
Eingetragener Fachbetrieb der HWK Wiesbaden – Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerbetrieb mit Sitz in Aßlar.
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